Eine Aufgabenverfehlung und ein gravierender Stilbruch der Bundesrechtsanwaltskammer nebst "Erledigung" der Beschwerde eines Kammermitgliedes.

Im "Magazin" der Bundesrechtsanwaltskammer Nr. 06/2014 S. 8 und 9 sind sogenannte Karikaturen von Steve Bellwiedergegeben, die eine Person in der typischen Berufskleidung eines englischen Lordrichters von hinten mit entblößtem Gesäß und das Gesicht eines bekannten britischen Politikers mit übergestülptem Präservativ abbilden. Dazu wird berichtet, die Bundesrechtsanwaltskammer habe unrer der Präsidentschaft ihres Präsidenen Axel C. Filges die Zeichnungen "exclusiv für sich" zeichnen lassen und mit einer Preisverleihung "gewürdigt". Justizstaatssekretärin Stefanie Hubig begleitete die Preisverleihung mit einen Grußwort, und der FAZ-Redakteur Andreas Platthaus bescheinigte in seiner Lautdatio als Juror dem Zeichner Witz, Einfallsreichtum und Gnadenlosigkeit: "Wer ihm einmal als Motiv unter die Feder geraten ist, der hat sein Gesicht schon verloren". (Zitat im Bericht von Peggy Fiebig im genannten Magazin).

Diese Qualitäten und ihre freie Bewährung bei Ausübung seiner Kunst sollen dem Zeichner unbenommen bleiben. Zwischen seinen unanständigen Witzen und den Belangen einer Rechtsanwaltskammer fehlt allerdings ein sachlicher Bezug. Dass sich die Bundesrechtsanwaltskammer mit diesen Witzen ohne erkennbaren Zweck identifiziert und schmückt, liegt aber nicht nur weit jenseits der (übrigens gesetzlich definierten) Grenzen ihrer Aufgaben und Betätigung (was an die Aufsichtspflicht des Bundesjustizministeriums erinnert), sondern verletzt überdeutlich Gebote des Respekts und der Achtung, die dem Richterstand und Politikern eines befreundeten Landes geschuldet sind, sowie in unsäglicher Weise Forderungen des Stils und Anstands, die sich an das Auftreten einer Repräsentanz der deutschen Rechtsanwaltschaft richten. Der Verfasser dieser homepage hat daher am 22. Dezember 2014 die Bundesrechtsanwaltskammer um Abdruck einer Distanzierung in ihrem Magazin und die Rechtsanwaltskammer München um Unterstützung gebeten. Keine der beiden Kammern hielt es für angebracht, auf die Eingaben auch nur zu antworten, geschweige denn die Vertretbarkeit und auch die Rechtmäßigkeit der beanstandeten Aktion zu überdenken, was leider auch Rückschlüsse auf eine unbefriedigende Auffassung dieser Einrichtungen von ihrem Verhältnis zu ihren Mitgliedern nahelegt.




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